
Das gab's auch noch nicht: Gleich drei Casting-/Musikshows prasseln auf den geneigten Zuschauer ein, welche ganze vier Tage der Woche füllen.
Mittwochs, RTL 20:15, DSDS (Erste Castings)
Donnerstags, Pro7 20:15, Unser Star für Baku (Live-Castings)
Freitags, Sat.1 20:15, The Voice of Germany (Live-Battles)
Samstags, RTL 20:15, DSDS (Erste Castings)
Worin unterscheiden sich nun die Sendungen, was kann der Zuschauer erwarten und welche konzeptuellen Überschneidungen gibt es? Ich versuche das Wirrwarr ein wenig zu entflechten.
1) DSDS
Hier wird mit Abstand am wenigsten Wert auf Musik gelegt. Das zeigt sich schon bei der Jury. Dieter Bohlens musikalische Qualitäten mal außen vor gelassen, ist er der einzig fachkundige Musikexperte. Was ein Bruce Darnell dort zu suchen hat, ist hier die große Frage. Sicher nur, um mit seiner nicht-hochdeutschen Aussprache für Lacher und mit seinen Heulkrämpfen für Mitgefühl zu sorgen.
Was vielmehr zählt, sind entweder richtig schlechte und benachteiligte Bewerber, die man so richtig vorführen kann, oder einigermaßen talentierte, die mit ihren dramatischen Hintergrundgeschichten dem Zuschauer die eine oder andere Träne vergießen lassen. So ist "Deutschland sucht den Superstar" näher an einer Soap gelegen, als an einer Casting- geschweige denn Musikshow.
Wer wenig von Musik hält und auch von RTL's anderen scripted realities bestens unterhalten wird, darf hier getrost einschalten.
Was vielmehr zählt, sind entweder richtig schlechte und benachteiligte Bewerber, die man so richtig vorführen kann, oder einigermaßen talentierte, die mit ihren dramatischen Hintergrundgeschichten dem Zuschauer die eine oder andere Träne vergießen lassen. So ist "Deutschland sucht den Superstar" näher an einer Soap gelegen, als an einer Casting- geschweige denn Musikshow.
Wer wenig von Musik hält und auch von RTL's anderen scripted realities bestens unterhalten wird, darf hier getrost einschalten.
2) The Voice of Germany
Eine Musikshow, die einschlug wie eine Bombe. Hier steht die Musik an oberster Stelle, was auch die durchweg fachkundige Jury beweist. Natürlich kam man am Anfang auch nicht drum herum manche Hintergrundgeschichten der Bewerber dramatisch aufzublasen, doch insgesamt zählt hier die Musik und das Talent der Sänger und Sängerinnen.
Bezeichnend für DSDS: Selbst der/die schlechteste SängerIn ist um Welten besser, als der Gewinner der letztjährigen DSDS-Staffel. Wie hieß der nochmal?...
Bezeichnend für DSDS: Selbst der/die schlechteste SängerIn ist um Welten besser, als der Gewinner der letztjährigen DSDS-Staffel. Wie hieß der nochmal?...
3) Unser Star für Baku
Ein vielleicht schlechter Schachzug von Pro7. Zugunsten von "USFB" gab man "The Voice" nun komplett an Sat.1 ab, obwohl es hervorragend bei Jung und Alt lief. USFB startet gleich in die Live-Show und unterscheidet sich deshalb nur unwesentlich von "The Voice". Auch hier singen (vorab ausgewählte) Kandidaten, und letztlich liegt es am Zuschauer, einen Gewinner auszuwählen.
Das Besondere: Bei USFB kann von Beginn an per Telefonvoting abgestimmt werden, während die Ergebnisse ständig in Echtzeit angezeigt werden. Der Kandidat, welcher nach den jeweiligen Vorstellungen am wenigsten Anrufer für sich verbuchen kann, erhält als erstes die Chance, seinen Song vorzutragen. Eine direkte Demokratie, sozusagen.
Nun steht dieses Wahlsystem allerdings bei der Medienanstalt in der Kritik, denn es soll angeblich Druck auf den Zuschauer ausüben. Klar: Gerade in den letzten Minuten sind die Zuschauer besonders angehalten, für ihren Liebling abzustimmen, damit er oben in der Tabelle bleibt bzw. aufrückt. Da die Moderatoren selbst aber diesen Druck nicht ausüben, wird die Medienanstalt dieses System eher nicht verbieten können.
Letztlich kann man zu USFB sagen: Wer "The Voice" mag, wird sich auch hier wohl fühlen.
Müsste ich die Bedeutung/Wichtigkeit der Musik innerhalb der Shows in Prozente ausdrücken, würde ich es wie folgt tun:
Das Besondere: Bei USFB kann von Beginn an per Telefonvoting abgestimmt werden, während die Ergebnisse ständig in Echtzeit angezeigt werden. Der Kandidat, welcher nach den jeweiligen Vorstellungen am wenigsten Anrufer für sich verbuchen kann, erhält als erstes die Chance, seinen Song vorzutragen. Eine direkte Demokratie, sozusagen.
Nun steht dieses Wahlsystem allerdings bei der Medienanstalt in der Kritik, denn es soll angeblich Druck auf den Zuschauer ausüben. Klar: Gerade in den letzten Minuten sind die Zuschauer besonders angehalten, für ihren Liebling abzustimmen, damit er oben in der Tabelle bleibt bzw. aufrückt. Da die Moderatoren selbst aber diesen Druck nicht ausüben, wird die Medienanstalt dieses System eher nicht verbieten können.
Letztlich kann man zu USFB sagen: Wer "The Voice" mag, wird sich auch hier wohl fühlen.
Müsste ich die Bedeutung/Wichtigkeit der Musik innerhalb der Shows in Prozente ausdrücken, würde ich es wie folgt tun:
DSDS 40%
The Voice 70%
USFB 70%
Du willst einen Kommentar hinterlassen? Kein Problem, einfach unter der Nachricht auf Kommentare klicken und drauf los schreiben. Dazu muss man nicht angemeldet sein. Aber gib wenigstens deinen Namen an, damit nicht nur "Anonym" zu lesen ist.





